Neujahr haben wir gegen Nachmittag Granada mit einem Chickenbus Richtung Hauptstadt verlassen. Wie uns von einigen anderen Backpackern bereits mitgeteilt wurde gibt es in Nicaragua keine Busbahnhoefe, was die Orientierung -  gerade in groesseren Staedten  -  sehr erschwert.

Ein Chickenbus (ausrangierter US-Schulbus) in dem wirklich des oefteren Leute mit ihren Huehnchen unterwegs sind

Ein Chickenbus (ausrangierter US-Schulbus) in dem wirklich des oefteren Leute mit ihren Huehnchen unterwegs sind

Die Stadt Managua war schrecklich. Die Altstadt war komplett von diversen Erdbeben zerstoert, es wimmelte von Slums   und es gab so gut wie keine Menschen auf der Strasse – dafuer umso mehr Taxis. Im Hostel hingen ueberall Warnschilder man solle die Strasse unbedingt nach links und nicht nach rechts heruntergehen, sich nicht zu Fuss  in der Stadt fortbewegen und aehnliche beunruhigende Warnungen.

Ein weihnachtlich geschmuecktes Denkmal in Managua

Ein weihnachtlich geschmuecktes Denkmal in Managua

Letzendlich haben wir dann doch einen Stadtspaziergang gewagt und haben schnell gemerkt das das Zentrum des Stadtlebens die Einkaufszentren waren.

Am 03.01. haben wir Managua mit dem TICA Bus via Honduras verlassen und kamen gegen 17:00 Uhr in San Salvador an. Die Stadt wirkte zwar nicht so arm wie Managua, dafuer aber umso gefaehrlicher. Wir haben kein einziges Haus gesehen was nicht eingemauert war – gleiches galt fuer Supermaerkte, Restaurants oder Kneipen, die dadurch nicht gerade gemuetlicher wirkten.

Am darauffolgenden morgen ging es mit dem selben TICA Bus direkt weiter nach Guatemala City wo es zum ersten mal wieder etwas angenehmer war.Obwohl man es in der Stadt vermutlich auch laenger ausgehalten haette nahmen wir noch am selben Tag ein Bus in die ehemalige Hauptstadt des Landes – Antigua Guatemala.

Isla de Ometepe

In: Nicaragua

1 Jan 2010

Auch wenn San Juan del Sur als der schoenste Strandort Nicaraguas gilt so war er noch lange nicht so schoen wie Jaco in Costa Rica. Unser Aufenthalt dort gestalte sich dementsprechend kurz und wir zogen nach 2 Uebernachtungen weiter zur Isla de Ometepe, einem der Haupttouristenattraktionen in Nicaragua. Die Vulkan-Insel liegt mitten in einem See der 15-mal so gross wie der Bodensee ist.

Blick auf den Vulkan Concepcion auf der Isla de Ometepe

Blick auf den Vulkan Concepcion auf der Isla de Ometepe

Nach einer Uebernachtung im Ort Altagracia, sind wir am naechsten Morgen in eine “Ecolodge”  auf der suedlichen Seite der Insel gefahren. Leider war die Ecolodge sehr abgeschieden, und man war gezwungen dort ins Restaurant zu gehen, da kochen nicht moeglich war. Die Spezialitaet des Hauses war der “Pescado de Isla Ometepe” – ein ungewuerzter Fisch mit Zwiebeln und Ketchup. Die anderen Gerichte waren auch ungefaehr auf diesem Nivaeu.

Der Ort Altagracia auf der Isla

Der Ort Altagracia auf der Isla

Das besondere war, dass direkt hinter der Herberge ein Wanderpfad den Vulkan hinauf fuehrte. Wir haben ca. die Haelfte des Weges geschafft danach sind wir entmutigt und entkraeftet umgekehrt. Unser Vorwand war zudem die Wolkendecke, die den Blick auf den zweiten Vulkan und die Insel verhindert haette.

Wir beim Besteigen des Vulkans Madeiras

Wir beim Besteigen des Vulkans Madeiras

Fuer den Rest des Tages haben wir Fahrraeder ausgeliehen und sind an den Strand gefahren wobei wir auf dem Rueckweg leider vom Regen ueberrascht wurden und nass verdreckt in der Ecolodge ankamen.

Am Silvestermorgen um 4:00 Uhr haben wir uns auf den Weg zurueck nach Granada gemacht, da wir die Ecolodge etwas zu abgeschieden fuer Silvester  hielten. Granada stellte sich schliesslich als sehr gute Wahl heraus und wir entschieden uns fuer die einzige organisierte Silvesterparty im spiessigsten Hotel des Ortes.

Am 23. haben wire Jaco Beach verlassen um puentklich zu Heiligabend eine Bleibe in Nicaragua zu haben. Aus organisatorischen Gruenden bot sich da Granada an, eine touristische Stadt in der Naehe von der Hauptstadt Managua, die direkt am Lago de Nicaragua liegt.

Der Preisunterschied zu Costa Rica war wirklich gewaltig und wir fanden eine sehr nette Unterkunft (DZ mit eigenem Bad) in bester Lage fuer 15 Dollar pro Nacht. Heiligabend haben wir in den umliegenden Strassencafes bei diversen Smoothies und internationalen Gerichten verbracht. Die Atmosphaere erinnerte an Bars bzw. Cafes in einer Fussgaengerzone in Italien und es war auch tatsaechlich Eine – die erste seit dem Beginn unserer Reise in Venezuela.

Granada Fussgaengerzone

Granada Fussgaengerzone

Am morgen des 26. wurde es dann endgueltig langweilig den ganzen Tag in den Cafes rumzuhaengen und wir entschlossen uns nach laengerem Hin- und Her zurueck an das Meer zu fahren – nach San Juan del Sur. Die Muecken und das sehr heisse Klima in Granada machten uns dann doch stark zu schaffen und der See lud nicht gerade zum Baden ein da es von Muecken und Sandfliegen in Seenaehe nur so wimmelte.

San Juan del Sur ist ein Surferort wobei dieser lange nicht so modern ist wie Jaco in Costa Rica. Viel gibt es hier zwar nicht zu tun aber es gibt einen Strand, eine guenstige Unterkunft und … Schildkroetenexpetitionen !!!!

Wir haben also am ersten Tag nach unserer Ankunft hier eine Tour in ein Reservat gemacht wo diese Meeresbewohner mehrmals jaehrlich ihre Eier in Scharen ablegen und konnten den Babyschildkroeten beim Schluepfen zusehen. Der Guide hat sogar manchmal die Taschenlampe angeschaltet, sodass man neben Rot- und Mondlicht auch mal wirklich was erkennen konnte und was noch viel wichtiger war – Fotos machen konnte.

Die ersten Schildkroeten kriechen aus dem Nest

Die ersten Schildkroeten kriechen aus dem Nest

Weitere folgen wenige Minuten spaeter

Weitere folgen wenige Minuten spaeter

Jaco Beach

In: Costa Rica

20 Dez 2009

Am Montag, den 14.12., sind wir in Jaco Beach (Costa Rica) angekommen, nachdem wir am Sonntag die Flucht aus dem regnerischen Bocas del Toro (Panama) ergriffen haben.

Grenzuebergang Panama - Costa Rica

Grenzuebergang Panama - Costa Rica

Der Ort ist zwar ein typischer Touristenort, dafuer aber auch dementsprechend erschlossen was manchmal auch ganz angenehm ist. Wie in Merida (Venezuela) gibt es hier an jeder Strassenecke Tourenanbieter. Bei einem von diesen haben wir fuer Dienstag eine ATV-Tour (Offroadtour mit einem Quad) gebucht.

Da fuer die Tour wir beide als Teilnehmer reichten, hatten wir den Guide ganz fuer uns. Alina hatte ein wenig Angst mit dem Quad umzukippen und den naechsten Abgrund herunter zu purzeln aber am Ende ging doch alles gut.

Simon auf dem ATV

Simon auf dem ATV

Wir sind also in fuer Alina schnellem, fuer Simon zu langsamen  Tempo erst die Strasse entlang und dann durch die Berge gecruist. Dabei haben wir Bekanntschaft mit dem kleinen Kerl hier gemacht:

Der kleine Affe "Ali"

Der kleine Affe "Ali"

Simon als Baum (in Alis Augen)

Simon als Baum (in Alis Augen)

Am Donnerstag haben wir dann eine “Canopy”-Tour gemacht. “Canopy” bedeutet, dann man in den Baumwipfeln in den Bergen Plattformen gebaut hat, die jeweils immer ein Stueck weiter bergab liegen, und dann zwischen diesen eine Leine angebracht hat, an der man dann wie Tarzan oder Superman durch den Dschungel “fliegt”. Das war ein Riesenvergnuegen und ganz bestimmt nicht alltaeglich! So etwas sollten sie mal auf deutschen Rummeln anbieten.

Alina fliegt durch den Wald

Alina fliegt durch den Wald

Alina macht sich bereit

Alina macht sich bereit

Seit gestern hat uns leider der Regen aus Bocas del Toro eingeholt. Wir hoffen jedoch, dass das morgen wieder vorbei ist!

El Valle de Antòn

In: Panama

10 Dez 2009

Am Freitag den 4. Dezember sind wir in der “Großstadt” Panama City angekommen. Die Stadt mit knapp einer halben Million Einwohnern und beeindruckenden Bankgebäuden unterscheidet sich jedoch nur oberflächlich von anderen südamerikanischen Städten. Der Schein trügt hier mal wieder und die Viertel rund um das Bankenviertel sind die einer ganz normalen südamerikanischen Großstadt.

Die Ruinen von Panama Viejo mit der Skyline der Großstadt im Hintergrund

Die Ruinen von Panama Viejo mit der Skyline der Großstadt im Hintergrund

Da es neben den Ruinen der ehemaligen Hauptstadt (Panama Viejo) kaum etwas zu sehen gab, haben wir einen zweistündigen  Spanisch-Kurs gemacht, der unsere Kenntnisse des Sprache zwar nicht verbessert, dafür aber einen guten Tipp für die Weiterreise beschert hat: El Valle de Antòn. Dieser kleine Ort innerhalb eines alten Kraterkessels hatte richtig ‘was zu bieten: mehrere Wasserfälle in Laufweite, alte Felsmalereien, einen kleinen Zoo und “quadratische” Bäume.

Am Dienstag machten wir uns auf, um die Pedroglyphen und zwei Wasserfälle zu besuchen. Die Felsmalereien erinnerten an in Stein gehauenes Graffiti. Man hat zwar herausgefunden, dass die Zeichnungen praekolumbianisch sein sollen, aber weder von wann genau noch von wem sie stammen oder was sie bedeuten sollen.

Ein kleiner "Swimmingpool" mitten im Dschungel

Ein kleiner "Swimmingpool" mitten im Dschungel

Um zu den Wasserfällen zu gelangen musste man dem schmalen Pfad durch den Wald den Berg hinauf weiter folgen. Nach unseren ganzen Dschungel- und Hikingtouren war das kein Problem für uns. Die beiden Wasserfälle waren zwar nicht so beeindruckend wie die beim Canyoning in Merida, aber dafür war auch kein Führer nötig und wir konnten auf dem Rückweg selbstständig dem Flusslauf bergab folgen. Das Plateau, von dem im Reiseführer die Rede war und von dem aus  man den ganzen Ort überblicken können soll, haben wir leider nicht gefunden. Dafür haben wir am Fuss des einen Wasserfalls ein Becken entdeckt, in dem man super schwimmen konnte.

Opaaffe im Zoo von El Valle, Panama

Opaaffe im Zoo von El Valle, Panama

Am nächsten Tag besuchten wir morgens den Zoo. Der war gar nicht mal so klein. Natürlich hatte er (fast) nur einheimische Tiere, aber was in Südamerika einheimisch ist, ist für uns ja ziemlich exotisch: Papageien, Affen, Ozelots, Waschbären, Tapire und ganz viele verschiedene Arten Frösche. Einerseits war es super die vielen verschiedenen Arten von Tieren anzuschauen, andererseits ist es traurig zu sehen wie klein die Gehäge im Gegensatz zu bspw. dem Berliner Zoo waren. Simons Highlight waren die “Opaaffen”, von denen er es jedoch nicht geschafft hat ein gutes Foto des Gesichts zu machen, um festzuhalten wie sehr sie einem Opa ähnlich waren.

Papagei im Zoo von El Valle, Panama

neugieriger Papagei im Zoo von El Valle, Panama

Ozelot im Zoo von El Valle, Panama

Ozelot im Zoo von El Valle, Panama

gestreifter Frosch im Zoo von El Valle, Panama

gestreifter Frosch im Zoo von El Valle, Panama

Am Nachmittag liehen wir uns Fahrräder, um uns die “quadratischen” Bäume anzusehen. Nach mehrmaligem Verfahren – da unsere Karte einfach nicht stimmen wollte – fanden wir sie ausgeschildert auf einem Hotelgelände. Dort war ein künstlicher Pfad angelegt, der durch die Berge und zu den Bäumen führte. Als wir ankamen, war es ziemlich enttäuschend. Denn wirklich quadratisch waren die nicht. Bei einem der insgesamt drei Bäume, konnte man eine rechteckige Form des Stammes erahnen. Erwartet hatten wir natürlich quadratische Kronen.

Mittlerweile sind wir in Bocas del Toro, ein Archipel an der Atlantikkueste in der Naehe zu Costa Rica. Allerdings regnet es hier seit zwei Tagen, also werden wir morgen unsere Reise nach Costa Rica fortsetzen.

Das Paradies San Blas

In: Panama

3 Dez 2009

Statt der angekuendigten 27 Stunden auf offener See zwischen Cartagena und Isla Grande dauerte der Trip auf offener See 45 Stunden. Die angekuendigten 300 Gallonen Frischwasser (zum taeglichen Duschen) waren nicht vorhanden und das Essen war ziemlich geschmacklos. Ein wirklicher Luxussegeltrip – wie es von manchen Kapitaenen versporchen wird - war es nicht. Die 42 feet, die das Boot gross waren, reichten bei weitem nicht aus fuer 7 Passagiere und 4 Crewmitglieder. Das Beiboot blockierte das komplette Bug, wo neben dem Heck als einziges Platz zum Sitzen war. Da die Planken nicht wasserdicht waren, schrumpfte unser Doppelbett von ca. 170×100 cm auf 170×50 cm. Hinzu kam, dass es Simon trotz dauerhafter Tabletteneinnahme auf offener See ziemlich schlecht ging.

Das Archipel San Blas an der Ostkueste von Panama

Das Archipel San Blas an der Ostkueste von Panama

Nach der 45-stuendingen Segeltour auf offener See wurden wir fuer die Torturen jedoch mehr als belohnt. Das Archipael San Blas war ein regelrechtes Paradies. Die ca. 365 Inseln waren nicht groesser als Fussballfelder und von weissen Straenden und Korallenriffen umgeben.

Ankunft in San Blas

Ankunft in San Blas

Eine der Inselns von San Blas

Eine der Inseln von San Blas

Ausser Palmen und auf einigen Inseln vereinzelt Gras und Huetten der Kuna-Ureinwohner gab es in San Blas nicht viel. Am ersten Tag entspannten wir auf einer Insel, die von einer Kuna-Familie bewohnt wurde und Simon knackte uns eine Kokosnuss.

Simon und die Kokosnuss

Simon und die Kokosnuss

Am Abend assen wir ausnahmsweise mal nicht auf dem Segelboot, sondern auf dem “Festland” und zwar ausgesprochen gut. Die Crew zog, waehrend wir auf der Insel in der Sonne badeten, los und fing Langusten und Krebse.  Eine etwas groessere Insel, die von einem ehemaligen Kuna bewohnt wurde, der seinen Lebensunterhalt nun mit Unterkuenften fuer Touristen, einem Restaurant und dem Kokainhandel bestritt, diente uns als Aufenthaltsort fuer unser Abendessen.

ein typisches Abendessen in Kuna Yala

ein typisches Abendessen in Kuna Yala

Insel auf der wir zu Abend assen

Insel auf der wir zu Abend assen

Das Archipel San Blas ist eine Inselgruppe an der Ostseite von Panama und zieht sich ueber einen mehr als 100 Kilometer langen Kuestenstreifen entlang bis Kolumbien. Es hat eine autonome Regierung und es gelten andere Gesetze als in Panama.

Leider konnten wir nur zu jenen Inseln, die mit dem Segelboot erreichbar waren (sehr flaches Wasser) und haben daher nur die touristisch erschlossenen Inseln und einige mit dem Schlauchboot erreichbare etwas typischere Inseln gesehen. Die Einwohner konnten jedoch alle die wichtigsten Woerter in Spanisch (¡Hola!, ¿Como te llamas?, Un dollar per foto) und trugen keine der typischen Trachten wie man sie auf Postkarten oder auch im Internet findet.

2 Kuna beim Fischen im Morgengrauen

2 Kuna beim Fischen im Morgengrauen

Alina mit einer der Riesenmuscheln

Alina mit einer der Riesenmuscheln

Der Ort Cartagena ist Ausgangspunkt für den von uns geplanten Segeltrip nach Panama. Ursprünglich dachten wir, die Boote fahren nach Colon – eine Stadt, die man laut Lonely Planet besser meiden sollte. Wie sich herausgestellt hat tun sie das jedoch garnicht. Stattdessen segeln die Schiffe zu den San Blas Inselgruppen auf der Atlantikseite von Panama, wo man dann von einem Taxiservice abgeholt und nach Panama City gebracht werden soll.

Die "Softair"

Die "Softair"

Die Auswahl an Segelbooten war sehr beschränkt und so haben wir uns für den nächstgelegenen Termin, den 29.11., entschieden. Das Boot, mit dem wir unterwegs sein werden, nimmt neben uns noch 4 oder 5 weitere Personen mit und heißt Softair. Damit sich auch keiner Sorgen macht, gibt es einen GPS-Locator auf der Webseite, sodass man immer weiß wo wir gerade auf dem Ozean unterwegs sind, wobei die eigentliche Tour nur 27 Stunden dauern soll – vorrausgesetzt das Wetter spielt mit.

Die Stadt selbst ist, ähnlich wie Santa Marta, eher unspektakulär. Es gibt jedoch eine sehr schöne Altstadt, jedoch von einheimischen und vorallem ausländischen Pauschaltouristen überschwemmt ist. Das Betreten der Kolonialgebäude selbst ist nicht so einfach, da die wirklich schönen Gebäude Hotels, Restaurants oder Museen sind.

historisches Zentrum in Cartagena

historisches Zentrum in Cartagena

Umgeben ist die Stadt von einer Stadtmauer, von der aus dieses Foto entstanden ist und die nahezu vollständig bewandert werden kann.

Blick auf das historisches Zentrum Cartagenas

Blick auf das historisches Zentrum Cartagenas

Alte Verteidigungskanone auf der Stadtmauer von Cartagena

Alte Verteidigungskanone auf der Stadtmauer von Cartagena

Im Gegensatz zu Venezuela ist es in Kolumbien möglich am Geldautomaten Geld abzuheben, was uns nach dem Grenzübergang sehr entgegen kam. Die Unterschiede, die sich sofort bemerkbar machen, ist die Größe der Autos. Während in Venezuela hauptsächlich 30-40 Jahre alte amerikanische Autos herumfahren, gibt es in Kolumbien kleinere Autos (teilweise mit Katalysator) und auch Motorräder und vereinzelte Roller.

Das Land Kolumbien ist im Gegensatz zu Venezuela nicht sozialistisch geführt, was man quasi unmittelbar nach dem Grenzübergang bemerkt. Es gibt weitaus mehr bettelnde Personen jeden Alters. Im Gegensatz zu Venezuela, wo einfachere Jobs nicht selten von geistig oder körperlich behinderten Personen ausgeübt werden, sind diese in Kolumbien nahezu alle Bettler.

Nun aber zu den eher erfreulichen Dingen: Der Kauf von Bustickets in Kolumbien ist nahezu identisch mit dem in Venezuela, auch wenn die “Vertriebler” an den Terminals etwas aufdringlicher sind und sich auch gerne mal gegenseitig als schwul beschimpfen. Die Fahrt nach Santa Marta war daher sehr einfach und wir kamen gegen Nachmittag dort an. Das Hostel, das man uns empfohlen hatte, hieß “La Brisa Loca” und war nicht wie man sich gewöhnliche Hostels bzw. Posadas vorstellt.

  • Es gab quasi nur holländische und us-amerikanische Gäste
  • Es gab ein Bar-Restaurant statt einer Küche zur Selbstverpflegung
  • Es gab einen Pool
  • Es gab bei der Ankunft kostenloses Bier
  • Man konnte Zigaretten, Wasser, Bier und Cocktails und vieles mehr direkt im Hostel kaufen
Strandpromenade von Santa Marta, Kolumbien

Strandpromenade von Santa Marta, Kolumbien

Am Anfang war das eigentlich ziemlich praktisch nachdem wir so lange in Bussen unterwegs waren, stellte sich jedoch noch am gleichen Abend als etwas nervig heraus. Was nämlich passierte, war, dass die “Gringos” das Hostel gar nicht mehr verließen. Abends aßen die Gäste in der Bar, spielten Billard, chillten zu normaler Musik, saßen am Pool – alles in allem quasi die Atmosphäre eines All-Inclusive-Bunkers. Der einzige Unterschied waren die doch recht hohen Preise für ein Hostel mit Mehrbettzimmern und Do-It-Yourself-Reinigungsservice.

Simon auf dem Plaza Bolivar in Santa Marta

Simon auf dem Plaza Bolivar in Santa Marta

Der Ort selbst war eine Mischung aus blühendem Tourismus (Verkaufs- und Limonadenstände überall) und riesigen Bankgebäuden, die mitten im Zentrum und rund um den Plaza Bolivar aneinandergereit waren.

Eigentlich gab es in dem Ort nichts zu tun. Es gab zwar die ein oder andere Tour zu “einsamen” Stränden und auch eine Tour in den nahegelegenen Nationalpark Tatonga, aber die 15$ Eintrittsgebühr in den Nationalpark schreckten uns dann doch ab, was dazu führte das wir die 3 Tage in Santa Marta eigentlich nichts getan haben außer das Nachtleben ein wenig zu genießen und Tagsüber am Stadtstrand im mäßig sauberen Wasser zu baden.

Eins war zudem unübersehbar: Auch in Kolumbien feiert man Weihnachten. Die ganze Stadt war für unsere Verhältnisse nicht kitschig, sondern eher witzig geschmückt.

Ein Weihnachtsmann mit Sombrero auf dem Plaza Bolivar

Ein Weihnachtsmann mit Sombrero auf dem Plaza Bolivar

mit Schneemaennern und Rentieren, aber vor allen Dingen mit Weihnachtsmännern mit Sombrero, die eine Sambatrommel spielen.

¡Muchas Maracas!

¡Muchas Maracas!

Der Weihnachtsmann und die Sambatrommel

Der Weihnachtsmann und die Sambatrommel

Der Plan war urspruenglich der Folgende:

Freitag Merida verlassen, mit dem Nachtbus nach Maracaibo und mit einem por puesto (shared taxi) ueber die Grenze nach Maicao in Kolumbien.

Weiterreise nach Kolumbien (SOLL)

Weiterreise nach Kolumbien (SOLL)

Dieser Plan wurde unerwartet zerschlagen, als wir am Busbahnhof von Merida ankamen. An diesem Tag war naemlich der Flughafen aus unerfindlichen Gruenden geschlossen und alle mussten auf Busse umspringen. Also war jeder Bus nach Maracaibo ausgebucht.

Aus lauter Verzweiflung nahmen wir den einzig freien Bus – nach San Cristobal. Der Grenzuebergang im Sueden soll allerdings weitaus gefaehrlicher sein – betreffs Drogen, Drogenkontrollen etc. Da uns diese Tatsache doch mehr Angst eingefloesst hat als wir noch im Norden dachten (Insbesondere nachdem wir den Ort San Cristobal kennengelernt hatten), nahmen wir am naechsten Abend (nachdem wir den ganzen Tag auf dem Busbahnhof verbracht haben) den Bus von San Cristobal nach Maracaibo.

Dort haben wir uns fuer den Bus entschieden, statt eines por puestos, um nach Maicao zu kommen. Der allzu “nette” Busfahrer hat uns nur leider irgendwo in einem Grenzort vor Kolumbien rausgeworfen.

Mit Hilfe tatsaechlich netter Venezuelaner sind wir dann aber doch noch bis zur Grenze gekommen. Dort lief dann alles reibungslos – in Venezuela Ausreisestempel holen, zur Einreisebehoerde Kolumbiens, Stempel abholen, das war´s.

“Zwischen” den Laendern – zwischen den beiden Grenzen waren Geschaefte und Restaurants und man konnte sich frei bewegen – haben wir gluecklicherweise spanische Backpacker getroffen. Also endlich mal Menschen, die sowohl des Spanischen als auch des Englischen kundig waren.

Gemeinsam sind wir dann bis zum Busbahnhof in Maicao. Von dort ging es dann fuer uns weiter bis Santa Marta.

Nach einer Reise, die insgesamt 48 Stunden dauerte, kamen wir also Sonntagnachmittag endlich an unserem Zielort an.

Weiterreise nach Kolumbien (IST)

Weiterreise nach Kolumbien (IST)

Morgen geht es dann weiter nach Cartagena.

Am Montag konnten wir uns mit dem Frühstück etwas mehr Zeit lassen, weil wir es nicht so eilig hatten.

Wir wurden dann in zwei Gruppen geteilt. Die eine Gruppe würde zuerst eine Reittour machen und die Andere mit dem Jeep zum Piranha-Fischen fahren.

Simon und ich gehörten zur ersten Gruppe, also hieß es für uns als erstes: Reiten. Das hat uns beiden nicht so grosses Vergnügen bereitet: die Sattel waren nicht die besten, die Pferde waren wegen der Hitze lustlos und sie haben nicht auf die Kommandos gehört.

Wir sind dann bis zu der Stelle geritten, wo die andere Gruppe gerade geangelt hat. Dort haben wir uns dann abgewechselt. Beim Piranhas-Fischen hatten wir ebenfalls kein Glück, vielleicht fehlte uns die Geduld oder das Geschick. Helmut aus unserer Gruppe und einige aus der anderen haben aber doch ein paar aus dem Fluss gefischt, so dass ein Teil unseres Abendessens gesichert war. Wie sind dann mit dem Jeep zum Camp zurueckgekehrt.

Dort war es wieder Zeit fuer die Siesta. Nach dem Mittagessen gab es fuer uns alle, Paul und Michael eingeschlossen, noch eine besondere Überraschung: eine hochgiftige Wasserschlange – ihr Gift wuerde einen innerhalb von drei Stunden toeten – hatte sich in das Camp verirrt.

Arnold - einer der Holländer und die Wasserschlange

Arnold - einer der Holländer und die Wasserschlange

Sie lag also seelenruhig auf einem Holzbalken an der Decke. Da es wirklich gefährlich gewesen wäre sie im Camp zu behalten, haben Paul und Michael sie mit Holzstäben da herunter geholt. Michael hat schliesslich ihren Kopf zu fassen bekommen und hat sie so festgehalten, dass sie niemanden mehr beissen konnte. Von der Aktion selbst haben wir leider keine Fotos, da man einfach nie im richtigen Moment die Kamera parat hat. Sie wurde dann im Fluss ausgesetzt.

Einer der Holländer, Arnold, der morgens beim Piranha-Fischen auch keinen Erfolg hatte, wurde vom Ehrgeiz gepackt und da das Camp direkt an einem Fluss lag, angelte er von der nahegelegenen Brücke aus. Und tatsächlich hatte er hier sehr viel mehr Glück: mit der Unterstützung von Simon und dem Franzosen hatten wir fünf weitere Piranhas zum Abendessen.

Am Nachmittag sind wir dann erneut zu einer Jeepsafari aufgebrochen. Diesmal war aber das primäre Ziel ausschliesslich eine Anaconda zu finden. Leider hatten die drei, Paul, Michael und Jan, wieder keinen Erfolg.

Dafür hat Jan aber vom Dach des Jeeps aus ein Feld mit Wassermelonen entdeckt und prompt wurden so viele wie noch in den Jeep passten eingeladen. Wir liessen uns natuerlich nicht davon abhalten das Folgende zu tun:

Die Trekkingausrüstung von Helmut erweisst sich doch noch als nützlich

Die Trekkingausrüstung von Helmut erweisst sich doch noch als nützlich

Wir haben wie gesagt zwar keine Anaconda gefunden, dafür aber eine wunderschöne Schildkroete und – als würdigen “Ersatz” – eine Boa Constrictor.

Rot gepunktete Landschildkröte

Rot gepunktete Landschildkröte

Simon und die Boa Constrictor

Simon und die Boa Constrictor

Nahaufnahme der Boa Constrictor

Nahaufnahme der Boa Constrictor

Abends wurden dann unter anderem die Piranhas aufgetischt. Sie schmecken durchaus lecker, es ist aber mit einer ziemlichen Arbeit verbunden sie zu essen, da sie relativ klein und flach sind und viele Gräten haben.

Die gegrillten Piranhas

Die gegrillten Piranhas

Über Uns

Dieser Blog ist entstanden als wir (Alina und Simon) eine viermonatige Südamerikareise machten und unsere Freunde und Bekannte auf dem Laufenden halten wollten. Mittlerweile hat sich die Seite zu unserem Urlaubsblog entwickelt und hier wird in regelmäßigen Abständen über unsere Reiseziele gebloggt.

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