Am Sonntag standen wir mit den ersten Sonnenstrahlen auf, das bedeutet um 6h. Paul hat uns auf die Frage, wann es denn Frühstück geben würde, gesagt, dass in Los Llanos keine Zeit existiert. Man steht auf, wenn es hell wird, macht Siesta, wenn es zu heiss ist und geht schlafen, wenn man müde ist.

Die Bootsafari

Wir haben so früh wie möglich das Camp verlassen, um zu unserer Bootsafari aufzubrechen. Denn in der Mittagshitze würden auch die Tiere Siesta machen, weil es ihnen zu heiss ist und verschwinden.

Giovanni an der Spitze des Bootes

Giovanni an der Spitze des Bootes

Auf der Bootssafari haben wir ziemlich viele Tiere gesehen: Kaimane, capybaras (Wasserschweine, die aussehen wir riesige Meerschweinchen), Papageien, Schildkröten, pinke Ibisse, Süsswasserdelfine (die sind rosa und ziemlich hässlich, wie wir finden) und einen Fisch, der sich in das Boot verirrt hat.

Ein Capivara am Ufer des Flusses

Ein Capivara am Ufer des Flusses

Dieser Kaiman kam uns sehr nahe

Dieser Kaiman kam uns sehr nahe

Die sehr schreckhaften Wasserschildkröten ruhten auf Baumstumpfen

Die sehr schreckhaften Wasserschildkröten ruhten auf Baumstumpfen

Die Jeepsafari

Nach der mittaglichen Siesta und Essen, brachen wir am Nachmittag auf zu einer Jeepsafari. Dabei saßen je vier Leute hinten im Wagen, vier konnten auf dem Dach des Jeeps sitzen (so etwas sollte man mal in Deutschland versuchen) und Paul stand einfach hinten auf der Stossstange und hielt sich fest (das sollte auch mal einer in Deutschland probieren). Allein schon auf dem Dach zu sitzen war ein Abenteuer, vorallem bei der bereits erwähnten Fahrweise Giovannis.

Der Jeep mit auf dem Dach als Sitzbank befestigten Holzbrettern

Der Jeep mit auf dem Dach als Sitzbank befestigten Holzbrettern

Auf der Safari haben wir noch mehr capybaras gesehen. Diesmal kamen wir aber näher an sie heran und sie waren zumeist in großen Familien unterwegs.

Michael und Alina mit dem gefangenen Capivara

Michael und Alina mit dem gefangenen Capivara

Als Paul und Michael, der in Los Llanos lebt und Paul bei den Safaris begleitet, ihre Chance gekommen sahen, sprangen sie noch während der Fahrt vom Jeep und schnappten sich eines von den Baby-Capybaras. Selbstverständlich haben sie es danach wieder laufen lassen und es ist zu seiner wartenden Herde zurückgekehrt.

Des Weiteren gab es noch Wildpferde, Adler und kleine Eulen, die unter der Erde ihren Bau haben, zu sehen.

Ein Highlight war der Versuch von Paul, Michael und Jan, der auch aus Los Llanos stammt, in dem sumpfartigen Gebiet eine Anaconda zu finden. Dazu stampften sie durch das kniehohe Wasser und stocherten mit langen Stöckern darin herum, um eine Anaconda aufzuschrecken. Leider waren sie bei ihrer Suche nicht erfolgreich.

Michael, Paul, Jan und Giovanni bei der Anacondasuche (von links nach rechts)

Michael, Paul, Jan und Giovanni bei der Anacondasuche (von links nach rechts)

Fangen eines Kaimans bei Nacht

Nach dem Abendessen sagte Paul, dass wir nun im Dunkeln noch einmal hinaus gehen wuerden, um einen Kaiman zu fangen. Anfangs hielten wir das alle fuer einen Scherz, aber nur solange bis wir dann tatsächlich mit Taschenlampen “bewaffnet” zu einer Nachtwanderung loszogen. Michael entdeckte als erster einen Kaiman am Ufer des Flusses, der nicht allzu gross war. Denn sind sie zu gross oder gar schon ausgewachsen, haben sie so viel Kraft, dass sie einen noch nicht einmal beissen müssen, um einen zu verletzten.

Michael rannte also los, unter dem Stacheldrahtzaun hindurch, und schnappte sich den Kaiman. Natürlich haben wir darauf geachtet ihn nicht mit unseren Taschenlampen zu blenden und ihn danach wieder laufen lassen.

Alina ganz lässig und ohne jede Spur von Angst

Alina ganz lässig und ohne jede Spur von Angst

Nachdem wir am Freitag (den 13.!) Canyoning gemacht haben, begann am Samstag unsere viertagige Tour in die “Llanos”, was so viel heisst wie “Flachland”. Dieses liegt einige Kilometer südlich von Merida.

Um 8h ging es los mit einer bunt gemischten Truppe bestehend aus acht Leuten (ein deutsches Ehepaar, zwei Holländer, ein Franzose, eine Venezuelanerin und wir), dem Guide (Paul aus Schottland) und dem Fahrer Giovanni. Wir saßen alle hinten im Jeep auf Bänken, die seitwärts statt in Fahrtrichtung ausgerichtet waren. Paul hatte uns schon im Voraus gewarnt, dass das sehr unangenehm werden könnte bei der Fahrt über die Anden.

Bewölkter Zwischenstop auf 3500 Meter Höhe

Bewölkter Zwischenstop auf 3500 Meter Höhe

Und so war es auch: die Strasse machte ständig scharfe Kurven, die durch Giovannis Fahrweise – die wirklich abenteuerlich war - nicht gerade entschärft wurden. Es ging bergauf bis zu 3500 Metern und dann den ganzen Weg wieder bergab. Es war eine sehr lange Fahrt (8 Stunden), denn nach den endlos scheinenden Serpentinen folgte das unendlich weite Flachland mit Strassen, die so grosse Schlaglöcher hatten, wie die Strasse breit war.

Gruppenfoto aller Tourteilnehmer und der beiden Guides

Gruppenfoto aller Tourteilnehmer und der beiden Guides

Im Dunkeln – hier in der Nähe des Äquators ist es um 18h dunkel – kamen wir in dem “Camp” an. Unsere Unterkunft war eine zirkusförmige Steinhütte mit Hängematten, die rund herum befestigt waren. Wir hatten ein bisschen Sorge, dass man darin nicht schlafen kann, aber in der ersten Nacht haben wir das Gegenteil festgestellt.

Foto des Camps am Tag

Foto des Camps am nächsten Morgen

Canyoning in Merida

In: Venezuela

13 Nov 2009

Am Donnerstag sind wir mittags in Merida angekommen. Die Stadt liegt in den Anden, daher ist das Klima optimal: tagsueber warm bis heiss, nachts wird es angenehm kuehl. Ausserdem ist es die Studentenstadt in Venezuela (von 350.000 Einwohnern 50.ooo Studenten) und gleichzeitig auch die Stadt, in der man nahezu alle Abenteuersportarten betreiben kann: von Rafting, Quaddriving und Paragliding bis hin zum sogenannten “Canyoning”.

Gleich am ersten Tag unserer Ankunft haben wir fuer den naechsten Tag eine solche Tour gebucht. Wir wurden mit einem Jeep hoch in die Berge gefahren, von dort aus sind wir auf einem schmalen Pfad (rechts von uns der Berg, links ging es steil bergab) bis zu einem Fluss gewandert. Wir haben Ganzkoerper-Neoprenanzuege bekommen, damit wir bei der insgesamt 5-stuendigen Tour in dem eiskalten Flusswasser nicht auskuehlen.

Dann sind wir im kniehohen Wasser, das eine ganz schoene Stroemung hatte, so dass man wirklich aufpassen musste nicht mitgerissen zu werden, zum ersten Wasserfall gewatet. Dort haben wir uns dann “im Wasserfall” abgeseilt.

Insgesamt waren es drei Wasserfaelle, wobei wir nur beim ersten wirklich “drin” waren. Die anderen beiden waren naemlich durch die starken Regenfaelle die Nacht zuvor so sehr angeschwollen, dass es unmoeglich war sich “in” ihnen abzuseilen. Sich mit den nassen Schuhe an den nassen, glitschigen Felsen ausserhalb des Wasserfalles abzuseilen war aber auch ein Erlebenis!

Da der Flusslauf teilsweise steil bergab ging und man nicht mehr  im Fluss laufen konnte, mussten wir immer wieder von Felsen, die bis zu 5 Metern hoch waren, in das Wasser “hineinsliden”. Das heisst man ist nicht gesprungen, sondern hat sich auf den nassen Felsen gesetzt und ist einfach hinuntergerutscht. Das war aber gar nicht so “einfach”, da die Stellen, in die wir “gliden” mussten, zum Teil nur einen Meter breit waren, so dass man Angst hatte gegen den Felsen zu prallen.

Es war sehr aufregend und das Adrenalin schoss uns nur so durch den Koerper, es hat aber auch viel Spass gemacht. Bei dieser Aktivitaet hat sich Alina auch ihre ersten Blessuren zugezogen. Eine “Brandwunde” an der Hand vom Abseilen und einen maechtigen blauen Fleck am Oberschenkel.

Leider gibt es von diesem Abenteuer keine Fotos, da wir fuer unsere Kamera kein wasserdichtes Case haben.

Auf dem Weg gen Westen hat es uns mal wieder in einen Nationalpark verschlagen. Da wir Caracas – die Hauptstadt von Venezuela – umgehen wollten, haben wir in der etwas kleineren Großstadt Maracay übernachtet und sind am Sonntag weiter nach Puerto Colombia gefahren. Der Weg dort hin war voller Serpentinen und der Busfahrer hat in jeder Kurve an seiner Reissleine (Hupe) gezogen.

Busfahrt in den Nationalpark Henri Pittier

Busfahrt in den Nationalpark Henri Pittier

Da der Nationalpark sehr bergig war und die Straße bis auf 1800 Meter anstieg, wurde es zunehmend kühler und Dschungelfeeling kam auf. Leider ging die Strecke bis nach Puerto Colombia aber auch wieder abwärts und es wurde wieder zunehmend heiß. Der Ort selbst war – im Gegensatz zu den bisherigen Orten – voll mit Touristen. Es gab überall Geschäfte wo man Bikinis, Shorts und Sonnenbrillen kaufen konnte und es wimmelte von Restaurant und venezuelanischen Großstädtern. Diese fallen dort allerdings nur am Wochenende ein und verschwinden Sonntag Abends wieder und lassen ihren Müll zurück, der jedoch von den Strandbetreibern jeden Morgen wieder weggekerrt wird.

Simon und ein sein neuer Freund

Simon und ein sein neuer Freund

Da wir am Sonntag dort angekommen sind, konnten wir den Kontrast sehr gut mitbekommen. Montag morgen war der Ort so leer wie jeder andere Fischerort auch. Der Großteil der Geschäfte und Restaurants war geschlossen und es waren fast nur noch Backpacker anzutreffen. Am nächsten Morgen haben wir einen Strandtag gemacht wo Simon sich – nachdem wir  einen französischen Surfer getroffen haben – mit einem Bodyboard versucht hat.

Simon beim Surfen auf dem Bodyboard

Simon beim Surfen auf dem Bodyboard

Am Dienstag haben wir eine organisierte Tour durch den Dschungel gemacht, wo wir jedoch quasi keine Tiere gesehen haben. Einige Grashüpfer, Spinnen und Frösche kamen dann aber doch unter die Linse.

Dschungeltrip im Nationalpark Henri Pittier

Dschungeltrip im Nationalpark Henri Pittier

Am Mittwoch ging es zurueck nach Maracay und von dort aus mit dem Nachtbus nach Merida (12 Stunden Busfahrt). Und wir koennen eins bestaetigen: die Klimaanlagen in den Reisebussen funktionieren wirklich sehr gut. Wenn nicht zu gut.

Gestern sind wir in Santa Fe angekommen. Der Ort sollte eigentlich ein Backpackerparadies sein und nur so von Gleichgesinnten wimmeln. Als wir dort ankamen wirkte dies auf den ersten Blick nicht so. Wie auch bei der Ankunft auf der Isla Margarita hatte man den Eindruck in einem Kaff, wo nichts los ist zu sein. Als dann gegen 16 Uhr mehrere Boote am Strand anlegten sahen wir jedoch schon die ersten Urlauber.

unser Boot fuer die Tour durch den NP Mochima

Boot fuer die Tour durch den Nationalpark Mochima

Wenn auch keine Backpacker so waren es doch andere europaeische Reisende mit denen man sich austauschen konnte.

Heute haben wir dann selbst eine der Bootstouren durch den Nationalpark Mochima gemacht, die – anders als die Tour auf La Restinga – erstens weitaus guenstiger war und zweitens den ganzen Tag andauerte.

Nationalpark Mochima

waehrend der Bootstour im Nationalpark Mochima

Der Kapitaen des Bootes hatte Schnorchelausruestungen dabei und wir hatten die Moeglichkeit in Korallenriffen zu schnorcheln, wobei wir Fische in den verschiedensten Farben und Formen zu Gesicht bekamen.

Im Laufe des Tages haben sich immer wieder mal Delfine zu uns gesellt und sind neben dem Boot hergeschwommen. Leider haben wir nur ein mehr oder weniger gutes Foto, da die Delfine sehr schnell waren – der Ausloeser der Kamera jedoch nicht.

Delfine im Nationalpark Mochima

Delfine im Nationalpark Mochima

Da die Tour von 9 bis 16 Uhr ging, gab es auch eine Mittagspause, bei der wir an einem sehr schoenen Strand anlegten, der nur per Boot zu erreichen war (Karibikfeeling!!).

Insel im Nationalpark Mochima

Insel im Nationalpark Mochima

Heute hat uns unser “Capitan” zum Museo del Mar gefahren, wo man Meeresschildkroeten, andere Meeresbewohner und sonstige Exponate rund ums Meer (z.B. Schildkroetenpanzer und Korallen) betrachten konnte.

Riesenschildkroete im Museo Marino

Riesenschildkroete im Museo Marino

im Museo Marino (Isla Margarita)

Wasserschildkroete im Museo Marino

Danach haben wir auf der nahegelegenen Laguna (Mangrovensuempfe – Nationalpark La Restinga) eine Bootstour gemacht. Gluecklicherweise haben wir noch 2 andere Deutsche gefunden, mit denen wir uns die Kosten fuer das Boot teilen konnten. Der Park trennte die beiden Inseln Isla Margarita und Macanao (siehe Foto1 im Beitrag Ankunft auf Isla Margarita) und bestand aus vielen kleinen Kanaelen mit romantischen Namen (z.B. Amor Mio).

Lagune La Ristinga (Isla Margarita)

Lagune La Restinga

La Restinga

Foto das unsere "Mitfahrer" von uns gemacht haben

Dieses Foto von einem Wassertransporter lassen wir mal unkommentiert.

aqua potable - Trinkwasser

aqua potable - Trinkwasser

Am Freitag sind wir statt um 20.45h erst um 23h gelandet. Die Einreise nach Venezuela ging dafür aber reibungslos.

Obwohl wir weder Zeit noch Ort und Art der Ausreise angeben konnten, bekamen wir den Stempel auf unserer Touristenkarte ohne Nachfrage seitens des Grenzbeamten.

Die Isla - meine Hand zeigt auf La Guardia (wo wir wohnten)

Die Isla - meine Hand zeigt auf La Guardia (wo wir wohnten)

Die anschließende Taxifahrt vom Flughafen zu unserer “Posada” war äußerst dubios, da der Taxifahrer nicht so wirkte, also würde er wissen wo sich unsere Herberge befindet. Als er dann während der Fahrt das Handy rausholte und auf spanisch anfing unsere Adresse durchzugeben, wurden wir umso unsicherer.

Posada in La Guardia

Posada in La Guardia

Der Ort, in dem wir aktuell sind, ist klein und wirkt sehr ärmlich. Es gibt keine Restaurants und die meisten Menschen hängen von morgens bis abends auf der Straße rum. Die Herberge befindet sich zum Schutz vor Eindringlingen komplett hinter Mauern und die Eingänge sind vergittert. Hinter den Mauern ist es dafür umso schöner – der “Capitan”, der Besitzer der Posada, hat sich und seinen Gästen eine kleine Oase (samt Pool) direkt am Fischerhafen geschaffen. Die Zimmer sind sauber und rustikal. Die gesamte Anlage ist komplett aus Naturstein erbaut und macht einen gemütlichen Eindruck – ohne die sonst oft typische Neubauatmosphäre.

Hafen in La Guardia (Isla Margarita)

Hafen in La Guardia (Isla Margarita)

Aufgrund der Warnung unseres “Capitans” bezüglich der Kriminalität haben wir uns entschlossen auf der Insel keinen Roller zu mieten, obwohl Benzinpreise – 12 Cent pro Liter – und Entfernungen es durchaus zuließen. Nun sind wir auf die Busse angewiesen, wobei das Fahren mit diesen durchaus unterhaltsam ist, da man den Eindruck hat das Land und die Leute gut kennenzulernen.

alter Chevvy

alter Chevvy

Von dem typischen Karibikfeeling – wie man es aus Werbevideos für die Dominikanische Republik kennt – ist nichts zu spüren.

Noch 5 Tage und es geht los mit unserer kleinen Weltreise. Von Venezuela, über Cancun nach Los Angeles. Die Grundausrüstung ist klar. Bargeld zum problemlosen Geldwechsel, ein Lonely Planet zum Zurechtfinden und Tauschen, eine Taschenlampe um im Hostel die Bettwäsche zu finden und Reisepässe um problemlos über jede Grenze zu kommen.

Grundausrüstung für unsere Weltreise

Grundausrüstung für unsere Weltreise

Unsere Routenplanung ist sehr beschränkt. Aktuell existiert ein Hinflug nach Porlamar (Venezuela) und ein Rückflug von Los Angeles (USA). Während wir in Venezuela und den Staaten ca. 4 Wochen bleiben wollen, ist für Mittelamerika das doppelte eingeplant. Auch wenn die Länder sehr klein sind, so gibt es in einigen vermutlich sehr viel zu sehen. Allein in Costa Rica gibt es 20 Nationalparks und mehr als 27% des Landes steht unter Naturschutz.

Südamerikatrip

die Route unseres Südamerikatrips (Klicken zum Vergrößern)

Über Uns

Dieser Blog ist entstanden als wir (Alina und Simon) eine viermonatige Südamerikareise machten und unsere Freunde und Bekannte auf dem Laufenden halten wollten. Mittlerweile hat sich die Seite zu unserem Urlaubsblog entwickelt und hier wird in regelmäßigen Abständen über unsere Reiseziele gebloggt.

Photostream


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